Die Veränderung der Umgebung Leipzig’s seit 1850

Leipzigs Umland hat sich seit 1850 landschaftlich stark verändert, besonders gut ist dieser Wandel auch auf der Entwicklung von Landkarten Leipzigs zu sehen.
1850 lebten gerade einmal 65000 Einwohner in Leipzig und die Eisenbahnstrecken waren noch kaum ausgebaut. Leipzigs Umgebung prägte ein eher kleinstädtisches Stadtbild und größere Waldgebiete waren noch rar, stehende Gewässer waren so gut wie noch nicht vorhanden.

1935 war der Höhepunkt der Bevölkerungsdichte Leipzigs: etwa 700 000 Einwohner lebten hier. In der Umgebung Leipzigs dehnten sich zu dieser Zeit die kleinen Städte aus und viele Leipziger zogen in diese neuen Wohngebiete. Das Schienennetz war so groß wie noch nie und erstmals entstand eine Autobahn um Leipzig herum; hinzu kam das Entstehen von Braunkohletagebau im Raum Kulkwitz.

Nach der Wende endete die Ära des planwirtschaftlichen Denkens beim Bau von Leipzig und obwohl Leipzigs Einwohnerzahl seit dem Zweiten Weltkrieg geschrumpft war, wurde immer weiter gebaut, zu dieser Zeit entstanden ganz neue Siedlungsformen, wie zum Beispiel die Plattenbausiedlungen in Grünau. Der Kulkwitzer See war der erste Tagebausee der zum Erholungssee umfunktioniert wurde.Viele Veränderung fanden nun auch in den Tagebauanlagen Espenhain, Zwenkau und Cospuden statt, die Leipzigs Stadtentwicklung nachhaltig prägten.
Hinzu kam die Umsiedlung von 26 Orten mit 14000 Einwohnern und die Verlegung des Flusses „Weiße Elster“.
Heutzutage gibt es eine solide, wenig schwankende Einwohnerzahl und Erweiterungen des Baulandes im Umland wurden hauptsächlich im Nordwesten, Osten und Südwesten vorgenommen. Außerdem entstanden die Neue Messe, Porsche und BMW, welche für Leipzig wichtige Infrastruktur – und Industriekomponenten darstellen.
Wichtig waren auch die Entstehung des Flughafens Leipzig/Halle und eine Ausweitung des Schienen-und Autobahnnetzes.
Da die Förderungen von Tagebau bis 1999 ausliefen, wurden Tagebauseen von großer Fläche in Freizeit-und Tourismusseen umgewandelt, was eine besonders starke Veränderung der Landschaft Leipzigs darstellte.
Einige Beispiele für die Verwandlungen von ehemaligen Tagebaugeländen sind das Braunkohleveredlungswerk Espenhain, das heute nur noch von der Firma Geiger Edelmetalle GmbH, betrieben von Solarenergie, besetzt ist und in dessen unmittelbarer Nähe sich der Industriepark Espenhain befindet, der zu einem Drittel erschlossen ist und einen wichtigen Beitrag zum Recycling von Altindustrieflächen leistet.
Außerdem der Tagebaubereich Witznitz, der 1993 stillgelegt wurde und heute als Lagune Kahnsdorf komplett verändert wirkt. Das naheliegende Dorf konnte wiederbelebt werden und seine Umgebung ist ein beliebtes Ausflugsziel geworden; mehr als 80 Boots-und Ferienhäuser entstehen hier.
Ein anderes Beispiel ist der Randschlauch des Tagebaus zwischen Güldengossa und Störmthal. Er wurde lange nicht saniert, heute aber ist der Störmthaler See mit seinem gleichnamigem Kanal touristischer sehr beliebt.

Quelle: „Leipziger Blätter“, Sonderausgabe LEIPZIG WÄCHST von Andreas Berkner

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